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Sonntag, 20. Mai 2012

Wie verhalte ich mich richtig bei einem Stromunfall?

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Der eingeschaltete Fön, der ins Badewasser fällt, ist in Krimis als Mordinstrument beliebt. Mit elektrischen Geräten in Nassräumen zu hantieren, kann eine Unfallursache sein. Der Hobbybastler, der an der Steckdose schraubt, ohne vorher den Stromkreis zu unterbrechen, begibt sich ebenfalls in Gefahr. Aber auch am Arbeitsplatz können elektrische Gefahren lauern.

  Ist ein Stromunfall passiert, heißt es rasch und richtig reagieren, die verletzte Person bergen und vor allem, sich als Ersthelfer nicht selbst in Gefahr bringen. Über das richtige Verhalten informiert die ÖVE/ÖNORM E 8351, die seit 1. November 2008 in einer Neuausgabe vorliegt.

Von einem Unfall durch elektrischen Strom spricht man laut Norm-Definition bei Ereignissen, bei denen Strom den Körper des Verunglückten oder dessen Körperteile durchflossen hat ("Elektrisierung") bzw. wenn die Verletzung durch die Einwirkung eines elektrischen Lichtbogens verursacht wurde. Großen Einfluss auf die Art der Verletzung und die Schädigung von Körperorganen haben Stromstärke und Dauer der Stromeinwirkung. Große Stromstärken, wie sie meist bei Hochspannungsunfällen auftreten, und Lichtbogeneinwirkung führen zu schweren Verbrennungen. Geringere Stromstärken, wie sie bei Niederspannungsunfällen zu erwarten sind, können zum Aussetzen der Atmung, zum Herzstillstand oder zum Kammerflimmern des Herzens führen.

Wichtig für den Ersthelfer ist vor allem zu wissen, wie er sich selbst nicht in Gefahr bringt. Liegt beispielsweise ein Leiterseil am Boden, besteht in der Umgebung die Gefahr einer Schrittspannung. Auch durch das Berühren von Hochspannungsleitungen mit Kränen, Betonpumpen, Leitern und anderen leitfähigen Gegenständen kommt es zur Ableitung der Spannung zur Erde. Das Betreten der Umgebung solcher Stellen ist lebensgefährlich. Daher ist unbedingt ein Sicherheitsabstand einzuhalten!

Die Norm gibt außerdem wichtige Hinweise zu Sofortmaßnahmen, Befreiung des Verletzten aus dem Stromkreis, Bergung, Erste Hilfe, Schockbekämpfung und Defibrillation. ÖVE/ÖNORM E 8351 hilft auch bei der Umsetzung der Forderung nach Erster Hilfe bei Arbeiten an elektrischen Anlagen, wie in ÖVE/ÖNORM EN 50110-1 gefordert. Deshalb wird empfohlen, eine Anleitung zur Ersten Hilfe je nach Erfordernis an der Arbeitsstelle auszuhängen oder als Merkblatt oder in anderer geeigneter Form an die arbeitenden Personen auszugeben. Die Anleitung dieser Norm zur Ersten Hilfe bei Unfällen durch Elektrizität ist deshalb auch als Wandtafel erhältlich.

Quelle: ON Österreichisches Normungsinstitut / Austrian Standards plus GmbH

 

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